Transparente Gesellschaft (2019)

Das Transparent, auch wenn es technisch nicht mehr der Leuchtschrift des frühen 20. Jahrhunderts entspricht, verrät viel über die Ansichten und Sehnsüchte seiner Initiatoren. Und immer auch über die Zeit, aus der es kommt. Nonverbal – mal präzise, mal ausführlich – lässt es uns die Gedanken jener lesen und lauschen, welche schweigend dahinter, darunter, darüber und manchmal auch daneben stehen.

Auf politischen Demonstrationen entsteht oft ein verdichtetes Meinungsbild. Ideal für Bildberichterstatter, aber auch bereichernd für den Diskurs in einer demokratischen Gesellschaft. Ein Hoch auf die Meinungsfreiheit! Denn ohne sie würde so manche kreative Errungenschaft selbstgebastelter Gedankenblitze niemals ans Tageslicht gelangen. Und dennoch: Befasst man sich mit Transparenten, so entsprechen Gestaltung, Darstellung und Anwendung oft ähnlicher Muster:

Das konkrete Transparent

Kurz und knapp. Inhaltlich präzise, wenn auch oft argumentativ verkürzt. Die dunkle Lederjacke in diesem Beispiel war wohl Teil der bedingungslosen und radikalen Artikulation. Hintergrund dieser Aufnahme vom 29. Mai 2015 war nicht nur das blühende Gestrüpp, sondern auch der Einsatz von Kampfdrohnen, welche das US-Militär mutmaßlich von seiner deutschen Basis aus, nämlich dem idyllischen rheinland-pfälzischen Ramstein-Miesenbach, steuert – quasi direkt hinter dem Gestrüpp. Landschaftlich eigentlich ein ideales Umfeld für weiße Tauben, möchte man meinen. Aber eben auch für konkrete Transparente.

Das ausführliche Transparent

Erklärend im Inhalt, individuell in seiner Form. Trotz aller Bemühungen: Die Wahrscheinlichkeit, dass es dieses Transparent eines kurdisch-alevitischen Demonstranten in die Tagesschau vom 24. Mai 2014 geschafft hätte, war gering. Unabhängig vom Argumentationsstil. Umso interessanter für berichterstattende Fotografen in Köln, die auf privaten Webseiten Kurzbildessays schreiben. Denn es ist grundsätzlich festzustellen, dass sich der Initiator schon länger mit seinem Thema befasst und ihm viel daran liegt, möglichst viel darüber zu kommunizieren. Auch wenn er sozialpolitisch schwer einzuordnen ist. Einsamkeit ist dann eben auch Gemeinsamkeit. Hier finden sich Kurzbildessayisten wieder und fühlen obligatorisch mit.

Das symbolische Transparent

Offensichtlich und selbsterklärend. Während Recep Tayyip Erdogan am 24. Mai 2014 in der Kölner Lanxess-Arena Wahlkampf machte, erteilte ihm auf der anderen Seite des Spielfelds die gegnerische Mannschaft direkt die rote Karte. Sie warfen ihm unsportliches Verhalten vor. Sowohl im Spiel, als auch in einer demokratischen Regierung – scheinbar wird das oft verwechselt – gibt es klare Regeln: Auf Spieler A folgt Spieler B. Keiner kann für immer alleine spielen – Und keiner kann alle politischen Ämter auf ewig innehaben.

Das kreative Transparent

Die Motive der großen Anti TTIP/CETA-Demonstration vom 10. Oktober 2015 in Berlin waren einfallsreich. Das kreative Transparent findet oft in der Hauptstadt seinen Platz, die so bunt und vielfältig ist, wie die meist transparentfremden Informationsträger selbst. Als Synergieeffekt sah man hierbei wohl auch die wasserabweisende Oberfläche: Im Falle von Angriffen staatlicher Wasserwerfer oder Attacken von herbstlichem Starkregen. Aber es war ein schöner Tag, nichts davon ist eingetroffen. Auch keine transatlantischen Vertragsabkommen.

Das indirekte Transparent

In diesem Beispiel: eine Pressspanwand am Kölner Heumarkt. Sie sollte wohl den Kiosk vor Angriffen schützen, als am 22. April 2017 tausende Bürger am gegenüberliegenden Maritim-Hotel den 6. Bundesparteitag der AfD blockierten. Früh morgens versammelten sich einige Dutzend Antifaschisten vor dem indirekten Transparent, an dem sich damals viele Pressefotografen ergötzten. Eine mir unbekannte Presse hatte allerdings nur mich im Fokus, detektivisch begleitete sie mich den ganzen Tag. Ich ließ sie folglich an meiner fotografischen Erzählung teilhaben – vorurteilsfrei und nur zufällig am rechten Bildrand. Ob ich nun Bestand neurechter Hetzlisten bin, bleibt offen. Seine Fotos, seine Meinung, sein Recht. Ich würde mir allerdings wünschen, auch seine Erzählung veröffentlicht zu sehen. Im Sinne der Meinungsfreiheit und für eine transparente Gesellschaft.

„Klima, Klima“ schallt’s aus dem Netz (2019)

Bill Putnam, amerikanischer Toningenieur und Musikproduzent, war laut Wikipedia bereits 1947 Erfinder der analogen Echokammer. Ein Originalgeräusch wurde dabei über einen Lautsprecher in einen großen Raum übertragen. Der Hall in diesem Raum wurde von einem Mikrofon aufgenommen und unter das Original gemischt. Diese Signalverfremdung wirkte harmonischer als der Originalklang, sie hörte sich einfach besser an.

Die digitalen Echokammern im Jahr 2019 funktionieren baugleich: Der Nachhall von Posts, Tweets und Kommentaren hängt immer von Größe und Beschaffenheit des Raumes ab, in dem sie geteilt werden. Dabei gilt: Derjenige, der den größten und längsten hat, bekommt das meiste Feedback.

Den längsten hatte 2019 offensichtlich die AfD. Speziell den längsten Balken in einer Statistik der Friedrich-Ebert-Stiftung: Mit 460.500 Followern bei Facebook führten die Rechtspopulisten weit vor der CDU (186.208) und der SPD (190.452) während des Europawahlkampfs. 48.733 Youtube-Abbonnenten – die Union und SPD haben zusammen nur knapp 17.000! – haben natürlich enormes Potenzial. Wer hier immer noch an die Neutralität der sozialen Medien glaubt, hat den Knall nicht gehört. Effekthascherei und moderne politische Öffentlichkeitsarbeit finden nämlich genau dort statt. Paradoxerweise versteht das die Partei von vorgestern am besten. Und wer teilt, verstärkt das Signal. Am erfolgreichsten beim Thema Klima. Wandel hin oder her – Debatten und Fake News überhitzen sich seit Monaten, egal aus welcher Filterblase der Pegel gerade überschwappt.

Dabei wäre alles so einfach, um die Interferenzen in der Gesellschaft zu vermeiden: schalltote Räume. Dort schwingt ein Signal ganz unverfälscht. Schalltote Räume sind wie wissenschaftliche Studien – für viele unangenehm und vom Sound her sehr trocken. Bill Putnam hätte hier wohl auch lieber mit Effekten kaschiert.

(Foto aus dem Archiv: HoGeSa-Demo am 26.10.2014 in Köln)

München ist bunt (2010/2019)

Am 08. Mai 2010 wurde ein Nazi-Aufmarsch in Münchner Stadtteil Fürstenried-West von über 4.500 engagierten Bürgern blockiert. Mitveranstalter der Blockade war der damals neu eingetragene Verein München ist bunt!. Den friedlichen Protest hatte ich 2010 mit meiner Kamera festgehalten, woraus ein kleiner Clip entstand, den ich dem Verein spendete.

München ist bunt! ist seit Jahren aus der antirassistischen Bürgerbewegung Münchens nicht mehr wegzudenken; etliche Demonstrationen, Podien, Petitionen und Proteste haben sie initiiert.

Neun Jahre später, am 14. Mai 2019, überreichte Oberbürgermeister Dieter Reiter den Münchner Bürgerpreis für Demokratie – gegen Vergessen an die Vereinsvorsitzende Micky Wenngatz. Herzlichen Glückwunsch Micky, dem Team und danke für euer Engagement seit nun fast 10 Jahren.

Eine Momentaufnahme vom 08. Mai 2010 / 16:9 / Stereo / 2010 / 1 Min. / deutsch

www.muenchen-ist-bunt.de

Paesaggi della Memoria – Auf den Spuren der italienischen Partisanen (2018)

Vor 75 Jahren wurde Italien von Deutschland besetzt. Viele Italiener leisteten Widerstand. Was fühlten die italienischen Widerstandskämpfer und wofür kämpften sie genau? Fragen, deren Antworten weit oben in den Bergen des nördlichen Apennins zu finden sind. Die Begegnungen mit Zeitzeugen und die Eindrücke vor Ort lassen eine Schülergruppe des Berliner Schiller-Gymnasiums nah an den Emotionen vergangener Tage wandern – auf den Spuren der italienischen Partisanen. Und schnell wird klar: Die Vergangenheit ist gegenwärtiger denn je, wenn auch in einem anderen Kontext.

Regie, Kamera, Montage: Christopher Dillig
Produktion: VISION&TRANSFER | media for visionaries
Im Auftrag von: Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz, Berlin
In Kooperation mit: Museo della Deportazione, Prato / Istituto Istoreco, Reggio Emilia

Dokumentarfilm / 16:9 / Stereo / 2018 / 30 Min. / deutsch, italienisch OmU (DE)

www.ghwk.de (Auftraggeber)
www.visionandtransfer.com (Ausführende Produktion)

Heimat am Rande (2018) مهمشون

Noman ist 18, er lebt in dem arabischen Dorf Wade el Neam in der israelischen Halbwüste. Der Staat Israel erkennt dieses, ebenso wie weitere 39 Dörfer, nicht an. Über 100.000 Menschen haben so keinen Zugang zu Wasser, Strom, Straßen oder Bildung.
Gamileh aus Arrabeh in Nordisrael hat ihren 17-jährigen Sohn Asiel im Jahr 2000 verloren. Als Aktivist der Friedensorganisation Seeds of Peace wurde er während einer Demonstration vor ihren eigenen Augen von israelischen Polizisten erschossen.
Taisier aus Akka am Mittelmeer ist mit einer Palästinenserin aus dem Westjordanland verheiratet. Obwohl sie eine Aufenthaltserlaubnis für Israel hat, besitzt sie in Israel kaum Rechte. Dabei wollen sie nur eines: Ein würdevolles Leben mit ihren gemeinsamen Kindern führen.
 
Der Filmemacher Wisam Zureik – selbst in Israel geborener Palästinenser – bietet mit seinem Film einen tiefen, aufschlussreichen und anregenden Einblick in die Lebensumstände seiner Protagonisten. Der Film eröffnet einen Blickwinkel auf die Situation der palästinensischen Minderheit in Israel und erzählt von Marginalisierung, Gerechtigkeit, Trauer, Liebe, Wut und Hoffnung.

Autor, Regie: Wisam Zureik
Kamera, Ton: Christopher Dillig
Schnitt: Markus Belde
Musik: Safi Sweed
Produktion: Zinnober Film GmbH, Aachen
Gefördert von: Film- und Medienstiftung NRW, Brot für die Welt, Rosa-Luxemburg-Stiftung und Crowdfunding

Kinodokumentarfilm / 1:2,35 / Stereo / 2018 / 52 Min. / arabisch OmU (DE)

www.heimatamrande.de

Erdogone? (2014/2017)

Köln am 24. Mai 2014. Während Recep Tayyip Erdogan seine Landsleute in der Lanxess-Arena auf der rechten Seite des Rheins besuchte, tobte linksrheinisch ein Sturm aus 30.000 wütenden Protestlern.

Spätestens drei Jahre später war diese Kritik berechtigt: Der türkische Präsident Erdogan verwandelte am 16. April 2017 die Türkei in ein präsidiales System, begründet durch einen gescheiterten Putschversuch des Militärs, motiviert durch ein Flüchtlingsabkommen mit Europa und illusioniert von einem patriotisch-religiösem Nationalismus – und es war nur eine Frage der Zeit, wann er zugleich den Parteivorsitz der AKP wieder innehatte. Widerstand ist seitdem unerwünscht und wird nun gnadenlos verfolgt.

(Fotos: Köln, 24.05.2014 und 16.04.2017)

Great Again (2017)

Der amerikanische Herbst begann am 09. Oktober 2016. Ein narzistischer Demagoge und Politpopulist wurde Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Konsequenz aus einer nicht stattgefundenen US-amerikanischen Sozialpolitik hat nun einen Namen: Donald Trump.

In seiner Rede zur Lage der Nation am 1. März 2017 predigte Trump die „Reanimation des nationalen Wohlstands“, populistisch und gutmenschlich. Seine neue TV-Show funktionierte, die Einschaltquoten waren enorm. Geladene Gäste der Fernsehsendung waren ein krankes Mädchen, eine aufstrebende Afroamerikanerin, ein Drogenkartellopfer sowie eine trauernde Kriegerwitwe. Die Tränen flossen, die Hände applaudierten. Selbst einem Teil der US-Demokraten fiel am Ende nicht mehr auf, dass sie den Beifall teilten, den sie anfangs noch mit ihren weißen Klamotten – als Zeichen des Widerstands – verweigerten. Eine tolle Dramaturgie, trotz Überlänge. Oder, um es in Donald Trumps Worten zu sagen:
 
A new chapter of american greatness!
 
Alle Welt schaut auf Donald Trump, because America is great again.

(Foto oben aus dem Archiv: Berlin, 2015 / Foto unten: ARD vom 01.03.2017)

Bunte Blumen (2016) زهور ملونة

Ein Kurzfilm über Lazgen Hasano. Ein syrischer Flüchtling in Paderborn. Ein ehemaliger Häftling im Gefängnis des Assad Regimes. Ein Liebender, der seine Frau seit drei Jahren nicht mehr gesehen hat.

Deutscher Menschenrechtsfilmpreis 2016, Nürnberg (nominiert)

Autor, Regie, Schnitt: Wisam Zureik
Kamera, Ton: Christopher Dillig
Produktion: Vielfalt Film, Aachen

Kurzdokumentarfilm / HD / 1:1,78 / Stereo / 2016 / 18 Min. / arabisch OmU (DE)

www.bunteblumen-film.de

Sie nannten ihn Spencer (2016)

Sie nannten ihn Spencer ist ein Roadmovie über zwei durchgeknallte Typen, auf der Suche nach ihrem Idol und Mentor Bud Spencer a.k.a. Carlo Pedersoli. Ein klassisches Format, welches dennoch durch Sympathie und Mut seiner Protagonisten überzeugt und uns motiviert, immer das zu tun, was wir selbst auch wollen.

Diagonale Festival des österreichischen Films 2018, Graz
Festival Internazionale Del Film Di Roma, 2017
35. Filmfest München, 2017 (Weltpremiere)

Buch: Karl-Martin Pold, Michael Gizicki
Regie: Karl-Martin Pold
Kamera: Christopher Dillig, Serafin Spitzer, Jens Fischer
Schnitt: Thomas Vondrak
Produktion: EPO-Film, Departures Film, Buddy Lane Productions

Kinodokumentarfilm / HD / 1:1,78 / Stereo / 2017 / 122 Min.

www.sienanntenihnspencer.com

Weitsicht (2016)

Weit hinter den südlichen Außengrenzen Deutschlands liegen Länder, die wir nicht wirklich kennen. Eine Zuwanderung von dort bereichert uns an Ideen, Kultur und Menschlichkeit. Die Herausforderungen sind groß – die Chancen näher als jemals zuvor.

Aber der Praxistest unserer abendländischen Moralkonventionen und unserem humanistischen Wertebewusstsein verläuft im Jahre 2016 eher „grenzwertig“. Entgegen dem Gedanken eines weltoffenen Europas formulieren nationalistische Gemüter ihren Widerstand gegen Einwanderung, in Form von neuen Parteien, Verbänden und Bürgerinitiativen – mit großem Erfolg. Die Angst um den Verlust von Sicherheiten und die Angst davor, in einer globalisierten Welt eigene Privilegien zu verlieren, lässt die Menschenwürde plötzlich nur noch als naives Dogma träumender Linksintellektueller im Dunst der Debatten verblassen. Ein bewährtes Ordnungssystem wird herausgefordert, indem fremde Elemente den Algorithmus in Frage stellen – zum Missfallen jener, die immer schon von der alten Ordnung profitierten und denen unter den neuen Vorzeichen die Lösungen fehlen. Aus dieser Blöse entsteht ein Frust, welcher oft reaktionär argumentiert. Dabei werden Ursachen und Gründe für das Zuwanderungsidyll und den Magneten Europa selten reflektiert. Ein tieferer Blick in die Weite der Zusammenhänge – welche uns doch überhaupt erst das Lied vom Wohlstand singen lassen – ist wünschenswert und angebracht.

(Foto aus dem Archiv: Italien, 2011)

KLEINfilme (2015)

KLEINfilme sind kleine Filme. Sie sind keine Kurzfilme, dafür wäre keine Zeit. KLEINfilme sind kreativ, komisch und kritisch. Immer innerhalb des gesellschaftlichen Diskurses. Sie sind einfach, nie besser und immer anders.


KLEINfilm #5 – Nachkriegsbauten in der bunten Stadt
Von Gräben und Grenzen

Idee und Umsetzung: Christopher Dillig
HD / 1:1,78 / Stereo / 2015


KLEINfilm #4 – Freunde der Demokratie
Von Amerika und Anderen

Idee und Umsetzung: Christopher Dillig
HD / 1:1,78 / Stereo / 2015


KLEINfilm #3 – Mahmud der Mehlwurm
Von Medien und Meinungen

Idee und Umsetzung: Christopher Dillig
HD / 1:1,78 / Stereo / 2015


KLEINfilm #2 – Unten gegen Oben
Von Kleinen und Keinem

Idee und Umsetzung: Christopher Dillig
HD / 1:1,78 / Stereo / 2015


KLEINfilm #1 – Couch Potato
Von Wut und Wohlstand

Idee und Umsetzung: Christopher Dillig
HD / 1:1,78 / Stereo / 2015


Der einsame Pendler (2015)

Er pendelt zwischen Sicherheit und Freiheit, zwischen gesellschaftlicher Pflicht und Selbstverwirklichung.

„Alles nur wegen dem Dispo! Aber meine Kinder sollen es mal besser haben“, erwidert er seiner Individualität, ehe er merkt, dass dieser Satz schon die Generation seiner Eltern prägte. Der Leitzins sinkt, die Blasen steigen. Was er davon hat? Zwei weitere Vertragsjahre der schwelenden Ungewissheit innerhalb seines Jobs, indem er jeden Tag freundlich, flexibel und belastbar mitsamt aller Kollegen und Kolleginnen geistig dahinstagniert.

Die sinngestaltenden Perspektiven im postkapitalistischen Zeitalter sind eher dürftig. Eine junge Generation degeneriert in Richtung Zukunft. Gewollt, bewusst und radikal für Veränderung stehend, steht man derzeit schnell in der Kreide, mit der man sich einst das Leben lebenswerter zu malen versuchte.

Der motivierte Kreative passt sich an, am Ende erliegt er der Erschöpfung. Verursacht von Leistungsdruck und obligatorischen gesellschaftlichen Erwartungen. Bis dahin aber pendelt er, weiter und weiter.

(Foto: Berlin, 2015)

Bratislava und der Wind (2015)

Ein wachsendes Europa hinterlässt seine Spuren: Wie ein Orkan im April, weht der Westwind über die österreichisch-slowakische Grenze. Die auffallenden Brüche in Architektur, Wohlstand und Atmosphäre bestätigen diesen Wandel. Ein paar kurze Blicke in kurzer Zeit.

(Fotos: Bratislava, April 2015)

Heimat und Handel (2015)

Was bedeutet Heimat im europäischen Sinne? Die Pappnasen Rot-Schwarz, eine Gruppe von Attac-Köln und Occupy-Cologne, beantworten diese Fragen mit klaren Ansagen, viel Humor und großer Einsatzbereitschaft, sogar weit über den Kölner Karneval hinaus. Ein Stück Heimat wird verteidigt. Der kölsche Appell gegen Konsum- und Produkthomogenität durch ein globaleres Freihandelsabkommen – auch TTIP genannt. Die aktive Teilhabe an der Demokratie schützt hier vor wirtschaftlichen Abhängigkeiten, unter denen das Individuum mit TTIP zu leiden hätte. Vielleicht auch die authentischere Form des obrigkeitskritischen Karnevals am Rhein – nur zeitgemäßer.

(Fotos: Rosenmontagsumzug, Köln, 16.02.2015)

Recht und Ordnung (2014)

Köln am 26. Oktober 2014. An diesem Tag wurde das Demonstrationsrecht missbraucht. Der Film dokumentiert, beobachtet und verdichtet – ohne Kommentar.

Regie, Kamera, Schnitt: Christopher Dillig
Produktion: menschensbilder Filmproduktion, München

Kurzdokumentarfilm / HD / 1:1,78 / Stereo / 2014 / 4 Min.

Passwort auf Anfrage mit Nennung von Name, Adresse und Email/Telefonnummer

Altruismus vs. Egoismus (2014)

Zwischen Kapitalismus und Kooperation. Auf der Suche nach dem Guten im Menschen. Interdisziplinär, forschend und wegweisend.

Folge 1, Freitag, 4. Juli 2014, 19:00-19:30 Uhr, ARD alpha
Folge 2, Freitag, 11. Juli 2014, 19:00-19:30 Uhr, ARD alpha
Folge 3, Freitag, 18. Juli 2014, 19:00-19:30 Uhr, ARD alpha

Autor, Regie: Hanni Welter
Kamera: Christopher Dillig
Montage: Thomas Casaretto
Produktion: Inter/Aktion GmbH, München für BR/ARDalpha

TV-Dokumentation (Mehrteiler) / HD / 1:1,78 / Stereo / 2014 / 3 * 30 Min.

www.br.de

TeLa 64 (2013)

München, Giesing. Ein Stadtteil, einst Arbeiterviertel und mittlerweile ein bunter Kessel aller Milieus. Die Gentrifizierung, die in München durchaus schwungvoll ein Stadtviertel nach dem anderen mit sich reist, macht auch hiervor nicht halt. Dennoch ging sie hier einen eigenen Weg.

Das Objekt an der Tegernseer Landstraße 64 – kurz TeLa 64 – war vor dem Abriss noch von einer künstlerischen Zwischennutzung besetzt. Vernissagen, Künstlerateliers, Livekonzerte und Videoinstallationen prägten den Alltag – Für viele Viertelbewohner eine absolut fremde Subkultur und doch schnell nicht mehr wegzudenken. Kneipen im Viertel öffneten länger, immer mehr junges Publikum entdeckte das Dorf in der Stadt oberhalb des Nockherbergs. Immobilienbesitzer und Investoren rieben sich schon frühzeitig die Hände, sie erhofften sich einen neuen Spekulationsspielplatz. Sicher doch, dennoch ist der große Reibach ausgeblieben. Ein engagiertes Stadtteilmanagement bot den Bewohnern den Dialog mit den Investoren und Baufirmen, gemeinsam konnte im Diskurs das Viertel mitgestaltet werden – und das auch im Rahmen anderer akuter Bauprojekte. Beispielhaft im positiven Sinne für eine Stadt, die bekannt dafür ist, die bundesweite Mietpreisspirale anzuführen und ihre Bürger kaum in die Stadtentwicklung miteinzubeziehen.

(Fotos: München-Giesing, 2010 bis 2013)

Der Weg war sein Ziel (2013)

Eine Hommage an Ludwig Graßler, den „Erfinder“ des Traumpfads München-Venedig. (M)ein subjektiver Eindruck dieser Wanderung – erzählt mit reduzierten filmischen Mitteln.

11. Internationales Bergfilmfestival 2013, Tegernsee (Wettbewerb)
DAG Bergfilmfestival 2013, Istanbul/Ankara (Wettbewerb)
Globetrotter Filmfestival 2013, München
Moviecom518 2013, München
Kölner Alpintag des DAV 2015, Köln
Kulturladen Zeltnerschloss 2019, Nürnberg

Autor, Regie, Kamera: Christopher Dillig
Montage: Benjamin Kaubisch
Musik: Michael Regner
Produktion: menschensbilder Filmproduktion, München

Kinodokumentarfilm / HD / 1:2,35 / DSR5.1 / 2013 / 60 Min.

www.tiberiusfilm.de (DVD-Vertrieb)

Plakat und Protest (2012)

Widerstände sind mal kreativ, mal plakativ. Mal friedlich, mal radikal. Alle haben jedoch eines gemein: Widerstände sind bewusst – und eben dieses Bewusstsein wollen Sie schaffen. Wider dem passiven Leben.

(Fotos aus dem Archiv: Berlin, Rostock, München / 2007 bis 2012)